Liebe Leserinnen und Leser von
renkRENK,

als Verbraucherschutzministerin beschäftige ich mich natürlich auch mit digitalen Sprachassistenten wie Alexa, die immer populärer werden.
Rund zwei Drittel der weltweit verkauften smarten Lautsprecher sind laut einer Einschätzung der Marktforschungsfirma Canalys Amazons Lautsprecher „Amazon Echo“. Seine Beliebtheit dürfte er vor allem Alexa verdanken, dem eingebauten digitalen Sprachassistenten.
Aber Alexa ist immer wieder der  Kritik von Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützern ausgesetzt, da der digitale Sprachassistent  nicht nur zuhört, sondern auch Daten sammelt. Er ist grundsätzlich im Standby-Modus, damit er nach Aussprechen der Signalwörter „Alexa“, „Amazon“, „Echo“ oder „Computer“ aktiviert wird. Es ist jedoch möglich, dass sich der Lautsprecher versehentlich aktiviert, wenn die Software davon ausgeht, das Signalwort gehört zu haben.

Leider müssen wir bei Alexa feststellen, dass das versehentliche Aktivieren ziemlich oft vorkommt, was erhebliche Abhörmöglichkeiten schafft. So hat eine Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen festgestellt, dass Amazons Spracherkennungssoftware auch auf Sprachäußerungen reagiert, die den Aktivierungs-Signalwörtern „Alexa“ oder „Amazon“ klangmäßig nur ähnlich sind. So reagiert die Spracherkennung noch in 72 Prozent der Fälle, wenn am Satzanfang nur leicht abgewandelte Wörter wie „Alexander“, „Alexis“, „Amazone“ oder „Amazonas“ benutzt werden.
In Einzelfällen haben sogar starke Abwandlungen des Signalworts „Computer“ wie „absoluter“ und „Komm Peter“ mitten im Satz die Sprachaufzeichnung aktiviert.
Das halte ich nicht für hinnehmbar, denn die unbeabsichtigte Nennung vermeintlicher Signalwörter im Gesprächsfluss führt zu unerwünschten oder unbemerkten Gesprächsmitschnitten im Alltag, die automatisch und dauerhaft auf den Anbieter-Servern gespeichert werden – sofern der Nutzende sie nicht löscht.

Ich habe mich deshalb erneut an die Bundesnetzagentur gewandt und auf Risiken durch digitale Sprachassistenten wie etwa Alexa hingewiesen. Zudem habe ich nochmals nachgefragt, ob die neuen Erkenntnisse zu einer Neubewertung der ‚Amazon Echo Box‘ in Bezug auf ihre rechtliche Zulässigkeit führen.

Mir ist wichtig, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht Gefahr laufen, von digitalen Sprachassistenten wie Alexa unbemerkt abgehört zu werden.

Außerdem geht es mir darum, nicht nur die Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen, die die Spracherkennung bewusst einschalten und nutzen, sondern auch diejenigen Personen, die sich – vielleicht sogar zufällig – im Empfangsbereich des Sprachassistenten aufhalten, hiervon aber nichts wissen. Die Hersteller müssen ihrer Verantwortung gerecht werden, dass Sprachassistenten sich nicht unbeabsichtigt einschalten können. Dafür werde ich mich für Sie als Ihre Verbraucherschutzministerin weiterhin stark machen.

Mehr Informationen zu Verbraucherschutzthemen finden Sie auch auf der Homepage meines Ministeriums unter www.mffjiv.rlp.de oder auf der Internetseite der Verbraucherzentrale
Rheinland-Pfalz: www.verbraucherzentrale-rlp.de

 

Bildquelle: amazon