Sprachen verbinden

Die wohl am weitesten verbreitete, künstlich geschaffene Sprache weltweit ist Suaheli oder auch Kisuaheli. Es ist Staatssprache in Tansania und Uganda, Verkehrssprache in Kenia sowie in Malawi und weit verbreitet in Teilen Mozambiks, Somalias, dem Kongo und auf den Komoren.
Mehr als hundert Millionen Menschen beherrschen dort diese Sprache, die sie neben ihrem anerzogenen regionalen Dialekt erlernen, um über ihr Stammesgebiet hinaus kommunizieren zu können. Nötig ist das hauptsächlich im Umgang mit Behörden, in TV und Radio, aber auch auf Beschilderungen, in Verträgen und vielen weiteren Belangen des täglichen Lebens.
Was aber die Wenigsten wissen ist, dass es sich bei Suaheli um eine künstlich geschaffene Sprache handelt, die ihren Ursprung in der kolonialen Vergangenheit Ostafrikas hat. Als Ende des 19. Jahrhunderts fast ganz Afrika unter den europäischen Mächten aufgeteilt worden war, hatte sich das deutsche Kaiserreich das Gebiet des heutigen Tansania und des südlichen Kenia vereinnahmt. Ein organisatorisches Problem zeigte sich in der Vielzahl der unterschiedlichen Sprachen und Dialekte, die es unmöglich machte, ein derartig großes Gebiet zu kontrollieren und zu beherrschen. Also nahmen sich die deutschen Verwaltungsbeamten eine an der Küste weit verbreitete, mit vielen arabischen Begriffen versehene Handelssprache (sahil arab. für Küste oder Grenze), erweiterte sie um Begriffe und Redewendungen aus dem Hinterland und versah sie mit einer einheitlichen, fixierten Grammatik. Das deutsche Kolonialreich war schon nach relativ kurzer Zeit und einem verlorenen Weltkrieg Geschichte, die Sprache jedoch überdauerte auch noch die einige Jahrzehnte dauernde Fremdherrschaft durch die Briten und ist heute etablierter und wichtiger denn je. Auch einige deutsche Wörter haben bis heute überdauert. So ist ein Doktor noch heute ein Daktari und ein Zahnarzt ein Daktari Zanati.

 

MUSIKER ODER ROCKBANDS UND IHRE AUSSERGEWÖHNLICHEN GESCHICHTEN

Wer in der 1970er Jahren aufgewachsen ist, kam an Cat Stevens nicht vorbei. Fast zehn Jahre lang produzierte er einen Hit nach dem Anderen und seine Melodien sind bis in unsere Zeit hinein in vielen Liederbüchern vertreten und gehören zum Repertoire unzähliger Folksänger. 1977 beendete Cat Steven jedoch seine Karriere abrupt. Nachdem er bei einem Badeunfall beinahe ertrunken wäre und ihn eine Welle fast bewusstlos an Land gespült hatte, fand er die Antworten auf dieses von ihm selbst so bezeichneten Wunder in einem von seinem Bruder geschenkten Koran. Er konvertierte zum Islam, änderte seinen Namen in Yussuf Islam und hörte auf zu texten und zu komponieren. Erst fast 20 Jahre später begann der mittlerweile sechsfache Familienvater auf das beständige Flehen seines jüngsten Sohnes hin, erneut mit dem Schreiben neuer Songs. Seither veröffentlichte er vier neue Alben, deren Songs einer künstlerischen Fortsetzung der Werke von Cat Stevens entsprechen.
Anspieltipps: Als Cat Stevens: Morning has broken ++ Father and Son ++ Wild World ++ Peace Train
Als Yussuf Islam: Heaven / Where true Love goes ++ In the End ++ See what Love did to me

 

MAN KANN AUCH MAL DANEBEN LIEGEN

Die berühmten Nobelpreise, die alljährlich in verschiedenen Kategorien vergeben werden, sind das Resultat ausgeklügelter, langer Beratungen von hochdotierten Fachgremien. Die Liste der Kandidaten, die dem Gremium zur Auswahl steht, lässt aber durchaus Zweifel zu, wie auch die Kategorie der Nominierung und der Anlass. So war Adolf Hitler 1939, also 3 Jahre nach den Nürnberger Gesetzten und 7 Monate vor dem Überfall auf Polen nominiert, sein Gegenspieler Sir Winston Churchill bekam ihn 1953 für Literatur und Barrack Obama zu Beginn seiner ersten Amtszeit, ohne zu wissen, was dieser während seiner Präsidentschaft tun würde. Last but not least errang Albert Einstein den Preis für Physik nicht etwa für seine bahnbrechenden Erkenntnisse zur allgemeinen oder speziellen Relativitätstheorie, sondern 1922 für seine Arbeiten im Bereich des Photoelektrischen Effektes.

 

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