EIN BISSCHEN FRIEDEN…

24. Dezember 1914 in der Nähe von Ypern in Belgien. Es ist die Zeit des großen Krieges, der später als 1. Weltkrieg in unsere Geschichtsbücher eingehen sollte. Zu Beginn der Auseinandersetzungen im Juli desselben Jahres hatte man allerorten den Soldaten versprochen, spätestens zu Weihnachten wäre man wieder zu Hause, doch schon im September kam jegliche Bewegung im Frontverlauf zum Erliegen. Man begann sich zum Schutz vor dem unentwegten Artilleriebeschuss einzugraben und schon bald erstreckte sich ein System aus Schützengräben von der Nordseeküste quer durch Frankreich bis zur Schweizer Grenze. Seither kauerte man tagtäglich in diesen Gräben, manchmal nur etwa 100 Meter von gegnerischen Grabensystem entfernt, schoss aufeinander oder versuchte abwechselnd die Gräben des Gegners zu erstürmen. Das Töten gehörte zum Alltag der Soldaten, immer wieder mussten sie ihre Gräben verlassen, um gegeneinander anzurennen. Zwischen den Grabensystemen befand sich ein Niemandsland, in dem unzählige Tote oder Sterbende lagen. Die Verwundeten zu bergen, die Gefallenen zu beerdigen war nicht möglich. Jeder, der nur den Kopf aus dem Graben streckte, musste damit rechnen, von einer Kugel getroffen zu werden. So verbrachte man Tag und Nacht in Regen, Matsch und Schnee unter dem ständigen Bombardement der gegnerischen Kanonen. Nun aber am Heiligabend des Jahres 1914 geschah ein kleines Wunder inmitten dieser zerschundenen und blutgetränkten Einöde. Zunächst östlich der kleinen Ortschaft Nieuwkapelle, doch schon bald an vielen weiteren Stellen dieses Frontabschnittes. Es begann mit vereinzelten Rufen, Weihnachtswünschen an den jeweiligen Gegner quer über das Niemandsland. Es wurden kleine Christbäume auf den Grabenrand gestellt und Weihnachtslieder gesungen. Schon bald standen die ersten Soldaten ohne Waffen außerhalb der Gräben oder gingen mit erhobenen Händen aufeinander zu. Irgendjemand brachte einen Fußball mit. Es wurden Bilder von Angehörigen gezeigt und Souvenirs ausgetauscht. Man sang, trank und rauchte zusammen und versprach sich, zunächst nicht weiter aufeinander zu schießen. Den Offizieren vor Ort blieb, sofern nicht selbst des Abschlachtens müde, in der Regel nichts weiter als diese Verhältnisse stillschweigend zu akzeptieren, um nicht die eigene Autorität einzubüßen. In den Stäben und Hauptquartieren weit hinter der Front ahnte man zunächst nichts von den eigentlich unter Strafe stehenden Fraternisierungen entlang der Front. Teilweise hielten diese Vereinbarungen eines Weihnachtsfriedens mehrere Wochen. Erst die drastisch gesunkenen Verlustzahlen führten auf deutscher Seite wie auch bei den Briten zu Nachforschungen. Offiziere und Truppenteile wurden ausgetauscht, Strafen verhängt oder angedroht. Von den Generalstäben, wie auch von Militärhistorikern wurden diese Ereignisse über Jahrzehnte totgeschwiegen. Zu groß war die Angst der Herrschenden, ihre Armeen könnten zu denken beginnen im Geist der Weihnacht und ihnen von den Fahnen zu laufen.

 

PLAY IT AGAIN, SAM!

Im Dezember 1942, als vor exakt 75 Jahren hatte der US-amerikanische Spielfilm CASABLANCA seine Premiere in den Lichtspielhäusern und Kinos in den USA. Er ist die weltweit am meisten im TV ausgestrahlte Hollywood-Produktion aller Zeiten. Da Antifaschismus das Grundthema des Films ist, scheint es mehr als angemessen, dass fast alle Akteure der Produktion Exil-Europäer waren. Unter ihnen waren Juden, Kommunisten und Homosexuelle aus vielen Diktaturen Europas.
Der durch den Film weltbekannte Song „As Time goes by“ war bei der Filmpremiere bereits 11 Jahre alt und nie ein großer Erfolg gewesen. Selbst der Schöpfer des Liedes Herman Hupfeld hielt den Song für zu schnulzig. Der Satz „Play it again Sam“ kommt im Film nicht ein einziges Mal vor. Vielmehr stammt das Zitat aus einer Persiflage zu Casablanca von den Marx Brothers. Dooley Wilson, der den Pianisten spielt und der das Lied auch singt, war eigentlich von Beruf Schlagzeuger und konnte kein Klavier spielen und er war der einzige Protagonist der gesamten Produktion der je in Casablanca war. Die Rolle des Major Strasser, dessen Ermordung eigentlich das Grundthema des Filmes ist, wurde für die deutsche Fassung vollständig herausgeschnitten, da man fürchtete, dass Humphrey Bogart damit beim deutschen Publikum durchfallen würde. Ähnliches passierte auch mit Dialogen in der spanischen und italienischen Fassung sofern
Bogart war acht Zentimeter kleiner als Ingrid Bergman, sodass er in den meisten gemeinsamen Szenen auf einer Kiste stehen muss oder auf mehreren Kissen saß. Ingrid Bergman bekam die Rolle nur weil sie mit 25 000 $ nur halb so viel kostete, wie die ursprünglich vorgesehene Kandidatin. Nachdem sie den Vertrag für die Rolle unterzeichnet hatte, telegraphierte sie einer Freundin, sie wüsste nicht im Geringsten, worum es in dem Film gehe. Für ihre Darstellung erhielt sie den ersten ihrer insgesamt drei Oscars.
Das American Film Institute wählte Casablanca 2002 zum besten US-Liebesfilm aller Zeiten und 2007 zum drittbesten US-Film aller Zeiten.

 

DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM (…oder doch?)

Marc Oliver Everett ist nicht nur der kreative Mastermind hinter der Band „The Eels“, sondern auch der Sohn des Quantenphysikers und Begründers der Parallelweltentheorie Hugh Everett. The Eels sind einem breiten Publikum am ehesten durch ihre Mitwirkung am Soundtrack zu dem Animationsfilm Shrek bekannt geworden. Arbeiten im eigentlichen Sinne müsste Everett aber eigentlich nicht mehr, da ihm sein Vater einige höchst wertvolle Patente und eine Beteiligung an einer äußerst einträglichen Firma für Spracherkennungssoftware hinterlassen hat.

Anspieltipps:
Novocaine fort he Soul
My beloved Monster
That look you give that Guy

Bildquelle: unsplash