DER REICHSTE MANN

…AUF DEM FRIEDHOF

Ronald Wayne lebt heute zurückgezogen in der Wüste des US-Bundesstaates Nevada. Er hat nur einen billigen alten PC zuhause und ein 10 Dollar Handy im Handschuhfach seines klapprigen alten Wagens. “Für Notfälle“ wie er sagt. Nur selten sucht der scheue Rentner das Licht der medialen Öffentlichkeit. Was soll er auch auf die immer gleichen Fragen antworten, als jene Standardsätze die er sich schon vor langer Zeit zurecht gelegt zu haben scheint. „Es gab damals keinen zweiten Weg“ antwortet er dann, um weiter fortzufahren: „Ich konnte dieses Tempo nicht halten. Klar, jeder wäre gerne reich, aber ich wäre dann wohl heute der reichste Mann auf dem Friedhof!“ Spätestens mit dieser Antwort verstummen dann auch die letzten Fragen zu jenem Themenkomplex der ein Großteil von Ronald Waynes Leben einnimmt. Denn obwohl die fragliche Zeit bereits über vierzig Jahre zurückliegt und seine damalige Entscheidung viele Menschen seines Alters genauso getroffen hätten, gilt Wayne heute als der größte Pechvogel des 20. Jahrhunderts.
Ron Wayne gründete 1976 zusammen mit seinen jüngeren Partnern Steven Wozniak und Steve Jobs, mit Apple die heute wertvollste Firma der Welt, nur um nach ein paar Wochen seine Anteile für 800 Dollar zurückzugeben. Sechs Jahre später waren diese Anteile bereits 1,5 Milliarden Dollar wert und auf dem Höhepunkt der Apple-Aktie 2011 stieg der Wert dieser Anteile auf 48 Milliarden US-Dollar.
Doch auch später sollte Wayne in Sachen Apple kein Glück haben. 1994 verkaufte er die Ausfertigung seines Apple-Gründungsvertrages für einige tausend Dollar an einen Londoner Unternehmensberater der diese 2011 beim Auktionshaus Sotheby’s für 1,6 Millionen Dollar versteigerte.

 

…AUF DEM FUSSBALLPLATZ

Schlecht verdient hat Mathieu Flamini während seiner aktiven Laufbahn als Profi-Fußballspieler wohl nie. Er begann seine Laufbahn beim französischen Spitzenclub Olympique Marseille, von wo es ihn schon bald zum Arsenal FC nach London in die Premierleague zog. Dort wurde er zum Nationalspieler Frankreichs und zu einem der Topspieler der Liga. Später dann wechselte er zum italienischen Club AC Milan nach Mailand. Flamini war nie ein Weltstar, eher ein laufstarker Arbeiter auf dem Platz, der mit einem guten Spielverständnis ausstattet schien. Dennoch verdiente er in den verschiedenen Spitzenclubs während seiner Karriere ein kleines Vermögen, aus welchem er schon sehr früh einen ordentlichen Anteil in eine Firmengründung steckte, die sich mit einem Verfahren zur Gewinnung von Laevulinsäure aus Ernteabfällen beschäftigte. Laevulinsäure gilt als hoffnungsvollste Alternative zu Erdöl und der Wert von Flaminis Firma GFB-Biochemicals wird mittlerweile auf 28 Milliarden Euro geschätzt.

 

…VON REDWOOD CITY

Weit draußen vor den Toren von San Francisco, in der Nähe der Kleinstadt Redwood City liegt der gleichnamige Nationalpark Redwood. Es ist eine der schönsten und naturbelassensten Ecken der USA, wo Neil Young sich auf seiner Broken Arrow Ranch niedergelassen hat. Eine Affinität zu Kalifornien hatte er von Kindesbeinen an, als er auf Grund einer Polio-Erkrankung mehr als ein Jahr dort verbringen durfte. Hier feierte er auch erste musikalische Erfolge mit seiner ersten Band Buffalo Springfield. Schon bald schloss sich eine äußerst erfolgreiche Solokarriere an, während der er mehr als 30 Alben aufnahm. Dazwischen fand er noch Zeit genug um sich seinem früheren Partner von Buffalo Springfield anzuschließen um auch dort unter dem Namen „Crosby Stills Nash & Young“ ebenfalls große Erfolge zu feiern und sogar beim legendären Woodstock-Festival aufzutreten. Interessanterweise spielt er in dieser Formation Piano, obwohl er laut Rolling Stone Magazine zu den 100 besten Gitarristen des letzten Jahrhunderts gehört. Umtriebig wie Young immer war, gründete er mit Farm Aid nebenbei eine Hilfsorganisation zur Unterstützung in Not geratener Farmer und eine Stiftung für behinderte Kinder. Er nennt eine großartige Sammlung antiker Automobile sein Eigen und besitzt zudem eine der wertvollsten Spielzeugeisenbahn-Sammlungen der USA. Seine musikalische Karriere umspannt Generationen von Musikliebhabern, vom typischen Woodstock Hippie über Folkrocker bis zu den Grunge-Fans der 90er Jahre. Mit Pearl Jam nimmt er gemeinsam ein Album auf und der Vers „It’s better to burn out than to fade away“ aus Youngs Song „Hey hey My My (out of the Black)“ steht wörtlich 1994 in Kurt Cobains Abschiedsbrief.
Neil Young wäre nicht er selbst, wenn er nicht auch auf das digitale Zeitalter des 21. Jahrhunderts seine ihm eigene Art des Umgangs hätte. Er investiert in ein neues digital hochwertigeres Komprimierungsverfahren namens SONO und stellt auf seiner Website die wohl umfangreichste Musiksammlung in ansprechender Aufmachung und erstklassiger Soundqualität online.
Unter www.neilyoungarchives.com kann man sich ein vollständiges Bild des Mannes aus Redwood City machen.

Anspieltipps:
++ After the Goldrush ++ Needle and the Damage done ++ like a Hurricane ++ Hey hey, my my ++

 

 

Bildquelle: unsplash