Seit vielen Jahren gibt es am Theater Koblenz einen Spielclub für jugendliche und junge Erwachsene, früher unter dem Titel „Jugendclub“ inzwischen nennen sich die spielfreudigen Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr „Die Jungen Enthusiasten“.

Theater und Bildung sind eng miteinander verbunden. Bildung ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Bildungsprozesse, die sich auf Kunstpraxis beziehen, auf Theater, Musik, Tanz sowie Bildende Kunst sind immer nur ein spezieller Teil kultureller Bildung. Nicht nur Schulen und Elternhäuser vermitteln ästhetische Bildung. Insbesondere Theater nehmen diese Aufgabe zunehmend wahr. Theater sehen, erfahren und selber spielen hilft, die Welt als inszeniert zu verstehen. Die Theaterpädagogik dient dabei als Vermittlungskunst. Was kann mit den Mitteln des Theaterspielens gelernt werden, wie funktioniert es?

Interessierte ab 16 Jahren können sich mit auf die Spur begeben und zu Experimentierproben anmelden. Die Teilnahme an den Experimentierproben ist Bedingung, um danach

zu entscheiden, ob man tiefer in das Projekt einsteigen kann und möchte.

Neue Anmeldungen für das Projekt der kommenden Spielzeit 2018/2019 sind jederzeit herzlich willkommen. Wer sich einen Eindruck vom aktuellen Projekt der „Jungen Enthusiasten“ verschaffen will, ist herzlich zu den Vorstellungen von „Daheim“ eingeladen. Diese Eigenproduktion, die wie immer alle Mitwirkenden gemeinsam erarbeiten, hat am 26. Mai 2018 im Theater Koblenz Premiere:

Lange verpönt, ist der Begriff Heimat nun wieder in aller Munde. Er wird von allen politischen Lagern benutzt, zuweilen auch missbraucht. Heimat ist mit starken Emotionen verbunden. Produkte aus der Region sind gefragt wie lange nicht und selbst hippe Werbeagenturen nennen sich „Heimat”. Das Label verkauft sich gut. Aber wer bestimmt eigentlich, was Heimat ist?

Die Sehnsucht nach einem tatsächlichen wie imaginären Ort, den wir „daheim” nennen können, scheint jedenfalls ein Grundbedürfnis zu sein. Was passiert, wenn man den Begriff einmal zoologisch untersucht? Zum Beispiel mit der Fragestellung, wie „andere Tiere” mit Heimat umgehen? Kennen sie überhaupt ein Daheim? Haben sie Orte, mit denen sie gar eine Emotion verbinden? Oder sind die „Nester”, zu denen sie immer wieder zurückkehren, letztlich austauschbare Brutstätten?

Diese Impulse sind Ausgangspunkt für eine Eigenproduktion, die mittels des biografischen Theaters Raum lässt für die eigene emotionale wie rationale Auseinandersetzung.

 

Bildquelle: Theater Koblenz