Am 26 Mai 2019 haben die Wählerinnen und Wähler wieder die Qual der Wahl.
Wem sollen sie bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz ihre Stimme geben?
Wie soll sich der Gemeinde- bzw. Stadtrat zusammensetzen?

Im jüngsten Online-Beitrag von Christian Erhardt der unter www.kommunal.de erschienen ist,
trifft der Autor folgende Aussage: „Entscheiden ältere Männer die Zukunft unter sich?
Schaut man in die Kommunalparlamente, erweckt das zumindest den Eindruck.
Der typische Kommunalpolitiker ist demnach männlich und über 50. Nachwuchs: Fehlanzeige!“
Wenn man sich den Koblenzer Stadtrat anschaut, ist man verleitet dem Autor in seiner Aussage beizupflichten.
Nur mit dem Unterschied, dass auch der politische Nachwuchs in Koblenz Ansprüche geltend macht.
Insofern ist der politische Nachwuchs in Koblenz sehr wohl vorhanden.

Aber schon jetzt bringen sich Politiker aller Couleur in Stellung,
um bei den anstehenden Parteitagen zur Listenaufstellung auf einem aussichtsreichen Platz zu landen!
Denn je weiter man sich auf der Liste oben befindet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einen Sitz im Stadtrat zu bekommen, sofern die Partei bzw. Vereinigung für die man antritt ausreichend genug Stimmen erhält,
um überhaupt eines der 56 Mandate im Stadtrat von Koblenz zu bekommen!

Während man bereits im Sommer aus der Presse entnehmen konnte,
dass die Koblenzer SPD mit den Spitzenkandidaten Detlev Pilger (MdB, Listenplatz 1) und Dr. Anna Köbberling (MdL, Listenplatz 2) ins Rennen gehen wird, halten sich die anderen Parteien bis dato mit Listenvorschlägen zurück.
Die CDU-Koblenz wird wohl erst im November mit einem Listenvorschlag aufwarten,
der dann dem Kreisparteitag am 24. November 2018 zur Abstimmung vorgelegt wird.
Eines ist bei allen etablierten Parteien erkennbar: Die junge Generation drängt nach vorne!
Aber wird sie auch gehört? Zwar werden mit dem Rückzug aus der Kommunalpolitik von einigen alten Hasen wie Claudia Probst, Anita Weis, Manfred Gniffke und Gerhard Lehmkühler, einige Listenpositionen frei, doch das heißt nicht im Umkehrschluss, dass diese Vakanzen durch jüngere Bewerberinnen und Bewerber besetzt werden.

Nachdem aus den Reihen der Jungen Union und der JuSos die Stimmen immer lauter werden,
der jüngeren Generation aussichtsreiche Plätzen auf den Wahlvorschlagslisten zu gewähren,
fühlen sich viele Urgesteine dadurch angegriffen.
Sicherlich ist Jugend genauso wenig ein Prädikat für gute Ratsarbeit wie Alter, aber wenn man einen Generationswechsel herbeiführen will, muss man auch den Jungen eine Chance einräumen!
Bewähren müssen sie sich dann schon selbst. Eines sollte aber auch klar sein: Der Stadtrat sollte ein Abbild der Gesellschaft sein. Es sollten sich dort alle Bevölkerungsgruppen wiederfinden.
Dies stärkt die Akzeptanz des Stadtrates in der Bevölkerung und das Urteilsvermögen des Rates selbst.

Zu vernachlässigen ist auch nicht der Umstand, dass die Ratszugehörigkeit nicht mit der Teilnahme an den Sitzungen des Stadtrates erledigt ist.
Die Arbeit wird hier, wie auch in anderen Parlamenten in den vorgeschalteten Ausschüssen gemacht und de tagen meist zu Zeiten, die mit einem auf Karriere ausgerichteten Berufsleben kaum bzw. sehr schwer zu vereinbaren sind.
Dies spiegelt sich auch in einer vom WDR erstellten Studie zur Zusammensetzung der Stadträte in NRW wider!
Darin erklären junge Politiker, dass es ihnen oft schwerfalle, Job, Familie und Kommunalpolitik miteinander zu vereinbaren.
Sie sehen vor allem in der Belastung in Schule bzw.
Hochschule und Job den größten „Killer“ für kommunalpolitisches Engagement.
Und dennoch ist es wichtig junge Menschen in die Kommunalpolitik einzubinden,
denn sie zeigen gem. dieser Studie verstärktes Interesse an Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Bildung und Finanzen!

Bleibt also zu hoffen, dass der kommende Stadtrat in Koblenz auch ein Abbild der Koblenzer Gesellschaft darstellt.