Wenn wir glauben, dass die Form der Diskriminierung gegen Migranten in Deutschland gebannt sei, dann irren wir uns gewaltig.

Die bekannteste Form sehen wir in der direkten körperlichen oder psychischen Gewalt insbesondere gegen Glaubensgruppen, wie auch gegen Migranten. Das Besondere daran ist, dass diese Gewalt auch von einzelnen Migranten oder Gruppen ausgehen kann, die z.B. ihre Art der Verfolgung in Deutschland aufnehmen oder weiterführen. Auch Glaubensgruppen bleiben nicht von Angriffen verschont, die sowohl von anderen Glaubensgruppen, wie auch von nicht Gläubigen verübt werden. 

Eine versteckte Form der Gewalt könnte auf Dauer noch gefährlicher werden, die unbedingt frühzeitig gesehen und unterbunden werden muss. Hier wäre eine Identifizierung weitaus schwieriger, wenn Sie von Behördenseite oder gar der Polizei ausgeht. Dazu gehört die Diskriminierung auf Basis des Rechtsradikalismus in Deutschland gegen Migranten aller Art. Es fängt schon dort an, wo nicht alle Menschen diejenigen als gleichwertig ansehen, die als Migranten oder Flüchtlinge nach Deutschland kamen. 

Als Migrant*in hat man es in Deutschland nicht unbedingt einfach, die Sprache ist schwierig, die Behördenschreiben nahezu unverständlich, und das nicht nur für Migranten. Muss man sich dann mitunter noch mit unfreundlichen Behördenmitarbeitern*innen herumschlagen, bleiben für Migranten oft wenig Möglichkeiten sich zu wehren oder ihre Belange zu vertreten. Andererseits müssen von Behördenseite klare Ansagen kommen, die auch konsequent umgesetzt werde. Hilfreich ist es für alle, wenn die Regelungen bekannt sind. Diese müssen nicht zwangsläufig durch Drohungen ausgedrückt werden.

Wünschenswert ist ein freundlicher wertschätzender Umgang miteinander, sowohl von Deutschen, wie von Behördenmitarbeitern aber auch von Seiten der Migranten. Das sollte schon auf Gegenseitigkeit beruhen. Manchmal weiß man nicht, wie andere etwas meinen, wenn Sie zudem lauter werden und eine bedrohliche Haltung einnehmen. In vielen Kundenzentren wurden daher Notfallpläne entwickelt. Was aber, wenn Ausländer Schwierigkeiten haben sich verständlich zu machen und Mitarbeiter aggressiv oder gar bedrohend werden? 

Was, wenn sich Migranten in ihrer Sache nicht vertreten, ungerecht behandelt oder vielleicht angegriffen fühlen? Wen haben sie dann auf ihrer Seite? Was passiert, wenn Sie es dann mit Rechtsradikalen zu tun haben, die unter dem Deckmantel einer Behörde oder sogar der Polizei agieren und ihr Handeln als rechtmäßig tarnen? 

Da reicht es oft nicht, die Wortwahl gesetzlich reguliert zu haben oder dass man keine Witze machen sollte. Humor mit einem Augenzwinkern hat normalerweise nichts Bösartiges. Es sind eher andere Dinge, die diskriminierend wirken: wenn z.B. Anliegen nicht beachtet werden, die Unterlagen oder Anträge nicht angenommen oder bearbeitet werden oder einfach verschwinden, klärende Gespräche mit hinzugezogenen Personen verweigert oder üble Dinge unterstellt werden, die nicht der Wahrheit entsprechen. Die Liste der bösartig gemeinten Dinge lässt sich fortsetzen. 

Zu erkennen, ob es sich hier um Diskriminierung handelt, basiert oft nur auf einem sehr subjektiven Gefühl, und das ist bekanntlich individuell sehr unterschiedlich. Daher wäre es gut, wenn Mitarbeiter insbesondere in öffentlichen Stellen sich gegenseitige Aufmerksamkeit schenken und es zum Thema machen,  wenn es öfter vorkommendes auffälliges Verhalten gibt. Nur so kann man der stillen sich einschleichenden Gefahr des Rechtsradikalismus begegnen.