Das Thema Gender als soziale Rolle ist so vielseitig, wie ist es Kulturen gibt. Jede Kultur hat eine eigene Anschauung und Ausprägung der sozialen Geschlechterrollen.
Die biologische Geschlechterrolle wurde von der Natur so geregelt, dass es in erster Linie Frauen und Männer gibt, wobei die Männer die Erzeuger sind und die Frauen Kinder gebären. Diese biologischen Rollen haben jahrelang die sozialen Rollen vorgegeben. Während sich Frauen naturgemäß um ihre Kinder kümmerten, hatten Männer eher die Aufgabe die Familie zu schützen und für die Nahrung zu sorgen. Es gab aber schon immer sowohl biologische, wie auch soziale Ausnahmen.

Hier in Deutschland haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, eine größtmögliche Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herzustellen. Dies betrifft nicht nur die Frauen- und Männer, sondern auch Transsexuelle und alle weiteren Formen menschlicher Geschlechterrollen. In erster Linie werden Kommunikation und Ausdrucksweise geregelt, insbesondere bezüglich schriftlichen Darstellungen und es sollen berufliche Unterschiede abgebaut werden. Gender hat viele Gesichter. Hier zählt vor allem die Toleranz gegenüber außergewöhnlichen Formen der Geschlechterrollen.

Schauen wir mal in andere Länder. In den nördlichen europäischen Ländern findet man ebenfalls ein hohes Maß an Gleichberechtigung. In Norwegen beispielsweise wird die berufliche Gleichberechtigung bereits umgesetzt, durch staatliche Quotenregelungen. Das haben wir in Deutschland noch nicht erreicht. In Süd Europa beispielsweise gibt es immer noch ein starkes Lohngefälle zwischen Männern und Frauen.
Auch gibt es nach wie vor Kulturen, in denen die Rolle von der körperlichen Macht und Stärke abhängig ist. Daraus könnte z.B. resultieren, dass Männer ihren Frauen sagen, was sie zu tun haben und das ggf. durch körperliche Macht demonstrieren.
Ein Genderthema im Bereich Migration findet man vor allem im Bereich Bildung. Es gibt immer noch Länder in denen vor allem Jungen in die Schule gehen können, Mädchen jedoch nur ab und zu dazu angehalten werden. In ärmeren Ländern werden die Bürger überhaupt wenig im Bereich Bildung gefördert. Dieses ist mehr ein Thema in den reichen Ländern.
Wenn hier die Macht der körperlichen Stärke mit der Verhinderung von Bildungschancen zum Beispiel Frauen gegenüber zum Tragen kommt, dann führt es hier in Deutschland zu Problemen, während es in anderen Ländern ggf. als normal bezeichnet wird und keine Konsequenzen nach sich zieht.

Grundsätzlich hat das Thema soziale Rolle sowohl persönliche, wie auch öffentliche Aspekte. In Beziehungen lässt sich dieses individuell gestalten. Wenn diese individuelle Lebensgestaltung mit einer gewissen Unterdrückung von einer Seite ein hergeht, wird es oft als problematisch empfunden. Problematisch wird es vor allem dann, wenn mit dieser Lebensweise Gewaltausübung und Schädigung einer anderen Person verbunden sind.

In der Öffentlichkeit werden soziale Rollen beurteilt und können auch verurteilt werden. Hier wurde in Deutschland schon viel getan, um eine größtmögliche Gleichberechtigung herzustellen. Aber muss man unbedingt eine absolute Gleichberechtigung haben oder darf man auch guten Gewissens unterschiedlich sein?

 

 

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