Geboren wird James Brown am 3. Mai 1933 in Barnwell, South Carolina, in ärmlichen Verhältnissen. Ab seinem vierten Lebensjahr wächst James bei einer Tante auf, da seine Mutter sich davon gemacht hat. Ende der 40er Jahre wird er wegen bewaffneten Überfalls verurteilt. Auf Grund der Unterstützung der Familie des Sängers Bobby Byrd entlässt man ihn nach vier Jahren unter Auflagen aus der Haft, und Brown beginnt, in der Gospel-Gruppe von Byrd zu singen.
1955 nimmt er erste eigene Demobänder auf und schon kurze Zeit später erhält er einen Plattenvertrag und hat mit „Please, Please, Please“ den ersten Hit in den Charts, obwohl der Song nach Meinung der Plattenfirma nicht genug Text habe.
1958 landen James Brown & The Famous Flames den Hit „Try Me“ in den R’n’B-Charts. Im Gegensatz zu dem eher ruhigeren Stück begeistert sich Amerikas Jugend aber eher für die energiegeladenen Songs wie „Think“ und „Night Train“, die die Band mit relativ harten Drumbeats und einfachen Polyrhythmen spielt.
1963 hat die Combo ihren ersten Mega-Seller „Prisoner of Love“. Es verkauft sich über eine Million Mal und hält sich länger als ein Jahr in den Albumcharts. Als nächstes verblüfft Brown mit der Live-Aufnahme „Live at the Apollo Theatre“ Zu dieser Zeit war es absolut neu einen Konzertmitschnitt zu veröffentlichen, aber Brown war sich sicher nur so seinen Zuhörern deutlich machen zu können, welche Dynamik in seiner Performance steckte. Mit unglaublicher Energie und Leidenschaft im Vortrag überrennen Brown und seine Band ihre Hörer. Etwa bei dem Wahnsinnstempo von „Think“ oder dem expressiven Gesang von „Lost Someone“, wenn Brown immer wieder mit dem Publikum im Apollo kommuniziert.
Das Neue in Browns Musik ist die Steigerung der Komplexität der Polyrhythmen, die verstärkte Verwendung von Riffs, Breaks und Improvisation. Die gesamte Band ist in diese musikalische Struktur eingebunden. Die verschiedenen Riffs des Bassisten und der Bläser erzeugen die Polyrhythmen, und nicht nur die Schlagzeuger. Die in den folgenden Jahren erscheinenden Stücke basieren innerhalb von langen Abschnitten nur auf einem oder wenigen Akkorden mit freier Länge. Brown füllt die Teile mit kurzen improvisiertem Gesang, Sprechgesang oder paralinguistischen Lautäußerungen. Improvisationen der Instrumentalisten sind an der Tagesordnung, Wechsel in einen anderen Songabschnitt leitet der Bandleader oft mit dem Ausspruch „To The Bridge“ ein, oder er fordert seine Bandkollegen zum Solo auf (z. B. in „Get It Together“).
Mit diesen neuen Stilelementen begründet Brown einen neuen Stil. Aus Blues wurde RnB und daraus wurde Funk-Music. Starken Einfluss darauf nehmen bis Anfang der 70er Jahre seine Bandkollegen: Die legendären JBs. Dies ist die Bläsersektion mit, Pee Wee Ellis, Maceo Parker und Fred Wesley. Der große Erfolg der Band in dieser Zeit gründet sich nicht nur auf das Songmaterial und die Bühnenshow, sondern auch auf das Zusammenspiel der Band, der auch Gitarrist Jimmy Nolen und Schlagzeuger Glyde Stubblefield angehören. Sie erzeugt einen phantastischen Groove. Wie die in dieser Zeit sehr aktive Bürgerrechtsbewegung greift James Brown die Anliegen der schwarzen Bevölkerung auf. Besonders deutlich wird dies in dem Lied „Say It Loud, I’m Black And I’m Proud“. James Brown wird zur Ikone jener Bewegung. Hier findet sich auch ein Meilenstein in der Karriere Browns. Am Abend nach der Ermordung Martin Luther Kings hat die Band ein Konzert in Boston. Das Konzert hat natürlich aufgrund der Ereignisse eher den Kontext eines politischen Happenings, bei dem es Brown gelingt, die Menge dazu zu bewegen, ihre Wut in friedlichen Protest zu äußern. Seine Statements dieses Abend sorgen dafür an der gesamten Ostküste schlimmere Ausschreitungen zu verhindern. Dennoch sorgt der komplizierte Charakter und der Geiz des Egomanen Brown nach und nach dafür dass er immer wieder seine Bandmitglieder verliert. Es existieren Liveaufnahmen von Konzerten, bei denen er beispielsweise mit Fingergesten Geldstrafen verhängt, wenn einer der Musiker kaum hörbar seinen Einsatz verpennt oder ein Ton nicht exakt passt. In der aufkommenden Discobewegung der 1970er spielte der Mann der mit „Sexmachine“ diese Strömung fast im Alleingang kreierte, kaum noch eine Rolle. Erst für den Soundtrack zu Stallones Rocky III Ende der 1980er machte er mit „Living in America“ erneut von sich Reden. James Brown starb am Heiligabend 2006 an einer Lungenentzündung. Samples seiner Songs wie zum Beispiel Funky Drummer oder Cold Sweat sind bis heute die meistverwendeten im Hip Hop Genre.

ANSPIELTIPPS: Please Please Please ++ Sexmachine ++ This is a Mans World ++ I got you ++

 

Bildquelle: flickr/ Heinrich Klaffs