Auch wenn die Rheinländer – von vielen belächelt – stolz ihren Karneval feiern, wissen viele nicht, dass dieser seine Vorläufer vor 5000 Jahren in Mesopotamien hatte.
Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gibt Kunde davon, dass unter dem Priesterkönig Gudea ein siebentägiges Fest gefeiert wurde und zwar nach Neujahr als symbolische Hochzeit eines Gottes. Die Inschrift besagt: „Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“ Hier wird zum ersten Mal das Gleichheitsprinzip bei ausgelassenen Festen praktiziert und dies ist bis heute ein charakteristisches Merkmal des Karnevals (Quelle: Wikipedia).

In Koblenz läutet die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval e.V. am 11.11, um 11:11 Uhr die sog. Fünfte Jahreszeit ein. Mit einem goßen Fest auf dem Münzplatz wird dann die Vorfastenzeit begonnen, die am Aschermittwoch endet und dann in die vierzigtägige bzw. sechswöchige Fastenzeit mündet.
Gerade Karneval bietet die Möglichkeit sich an ungezählten stadtteilbezogen Veranstaltungen zu beteiligen und Menschen aus der Nachbarschaft näher kennen zu lernen. Besonders Kinder haben ihren Spaß daran, in den wildesten Kostümen in fremde Rollen zu schlüpfen. Damit der Nachwuchs auch weiterhin nicht ausbleibt hat sich seit kurzem ein Förderverein mit dem Namen „Ein Herz für unser Pänz“ gegründet, der gezielt Karnevalsprojekte im Kinder und Jugendbereich fördern will. Eine Vision des Vereins ist die mittelfristige Durchführung eines Schul- und Veedelszoch nach Kölner Vorbild. Aber auch jetzt wird durch die einzelnen Vereine Nachwuchs- und Jugendarbeit großgeschrieben.
Auch wenn im Jahre 2009 der Privatsender RTL aus Scherz den ersten „Deutsch-Türkischen Karnevalsverein“ in Köln ins Leben rief und damals die Karnevalswelt an der Nase herumführte, ist die Idee einer interkulturellen Beteiligung an Karneval sehr zu begrüßen. Auch hier sind es meist die Kinder, die als Vorreiter gelten. So gab es in der Vergangenheit bereits Kinderprinzessinnen in den Vereinen mit japanischen und türkischen Wurzeln. Beispiele für eine besonders gelungene Integration, denn das gemeinsame Erleben des Brauchtums dient als Motor für die Verbindung unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen. An Karneval sind wir eben alle Gleich!

 

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