Der Tod ist fester Bestandteil des menschlichen Lebens
und begegnet Kindern sowohl in den Massenmedien als auch im eigenen Umfeld.
Ersteres kann dazu beitragen, dass Kinder eine eingeschränkte und grausame Sicht zum Thema Sterben entwickeln.
Dabei besteht die Gefahr, dass sie die falsche Einsicht bekommen,
dass Menschen ausschließlich durch Morde oder Unfälle sterben.
Neben den Medien sind reale Begegnungen oder Informationen aus dem Umfeld
eine weitere Begegnungsmöglichkeit mit dieser sensiblen Thematik:
Besuche auf Friedhöfen und in der Kirche und Gespräche über Verstorbene
sowie die Verwendung von Euphemismen wie beispielsweise „er/sie ist von uns gegangen/ eingeschlafen“,
sind mögliche Situationen, in denen Kinder Fehlvorstellungen oder Ängste entwickeln könnten.
Unumgänglich sind zudem der Verlust von Verwandten, Freunden oder Haustieren.
Des Weiteren kann die Todesangst vieler Erwachsener unbewusst auf ihre Kinder übertragen werden,
indem sie versuchen, diese möglichst von diesem Thema fernzuhalten,
sie dazu bewegen ihre eigenen Gefühle zu verbergen und ihre Ängste nicht auszusprechen.
Dabei zeigt die folgende Aussage eines 9-jährigen Jungen,
dass Kinder bereits in sehr jungen Jahren eine Vorstellung darüber entwickeln, was nach dem Tod kommt:

„Wenn ein Mensch oder ein Tier stirbt kommt es auf eine Straße, die eine Art Sprungschanze ist. Er/es nimmt dann Anlauf und fliegt von dort in den Himmel. Im Himmel ist es ganz weiß und neblig. […] Sonst sieht es aber genauso wie auf der Erde aus. So gibt es dort Häuser, Hundehütten und sogar Strom. […] Menschen und Tiere haben Flügel und können herumfliegen. […] Alle dort sind sehr glücklich und es gibt keine Feindschaft – auch nicht zwischen den Tieren.“

Während Kinder im Alter von 8 Jahren bereits Vermutungen anstellen,
wie es nach dem Tod weitergehen könnte, setzen sich jüngere Kinder zunächst sachlich mit diesem Phänomen auseinander. Sobald ihnen die Endgültigkeit bewusst wird, entwickeln sie jedoch negative Gefühle,
wie z.B. Angst vor dem Ungewissen und die damit verbundene Trauer.
Neben dem aktiven und einfühlsamen Zuhören, was die Bereitschaft des Kindes unterstützt, sich mitzuteilen, sind heute zahlreiche Materialien und Methoden zur ganzheitlichen Auseinandersetzung mit der vorliegenden Thematik vorhanden: Bilderbücher und Filme, aber auch Exkursionen, Expertenbesuche sowie Projekte. Diese stellen eine signifikante Möglichkeit dar, um diese bedeutsame Thematik in geschütztem Raum und sinnvoll ausgewählten Schwerpunkten an die Grundschulkinder näher zu bringen.

Quelle:

https://www.familienhandbuch.de/babys-kinder/bildungsbereiche/wertorientierung/wennkindernachdemtodfragen.php

 

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