Inspiriert durch Goethe’s „Selige Sehnsucht“ habe ich eine Art „Fortsetzung“ des Gedichtes geschrieben. Lest aber selbst!

Johann Wolfgang von Goethe
Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend’ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsterniß Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.


Selige Sehnsucht,
immer noch 
Wie ich mich drehe…

Ein Schmetterling
das viele Kreise zieht
im Koma schon
lange nicht mehr mitbekommt
wie lange die Reise schon geht…

Meine Flügel sind entflammt
verbrannt bin ich noch lange nicht
die Flamme zieht mich weiter an
bis ich mich vereint hab
bis ich bin – Licht…

Nimmermüde, fliegen die Reste
erschöpft, mit gewohnter Routine
die letzten Entfernungen ab
bis zur einenden Mitte…

Wie ich mich drehe…

Ein Schmetterling
das viele Kreise zieht
im Koma schon
lange nicht mehr mitbekommt
wie lange die Reise schon geht…

 

 

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