Ministerinnen-Kolumne Renk Renk, Ausgabe April 2020

Liebe Leserinnen und Leser von Renk Renk,

unser Leben hat sich in den vergangenen Wochen aufgrund des Corona-Virus sehr verändert und wir sind immer noch dabei uns an diesen neuen Alltag zu gewöhnen. Jede und jeder von uns ist jetzt gefragt. Wir alle müssen die Hygieneregeln beachten, also etwa regelmäßiges Händewaschen, nicht ins Gesicht fassen, in die Armbeuge husten und niesen sowie möglichst zwei Meter Abstand zu anderen zu halten. Ebenso ist es nötig unsere sozialen Kontakte stark zu reduzieren, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Je weniger Kontakt zu anderen, desto besser. Nur so schaffen wir es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, so dass unser Gesundheitssystem nicht auf einen Schlag mit vielen Kranken konfrontiert wird. Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen müssen besonders geschützt werden, denn sie sind durch das Virus am gefährdetsten. Im Krankheitsfall sollten Sie direkt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sowie Ihre Arbeitgeberin oder Ihren Arbeitgeber telefonisch kontaktieren.

Alle aktuellen Informationen finden Sie auch auf dem Informationsportal der Landesregierung zum Corona-Virus unter: www.corona.rlp.de

Informationen auf Türkisch finden Sie zudem auch auf der Internetseite der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung:

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus

Für Ihren Alltag will ich Ihnen als Integrationsministerin eine kleine Anregung geben: Die Museen in Rheinland-Pfalz sind zwar alle geschlossen. Das Integrationsministerium bietet aber ein virtuelles Museum an: „Lebenswege“ – das Online-Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz. Dieses Museum im Internet erzählt in Texten, Audio- und Videosequenzen, Originaldokumenten sowie Fotos die Migrationsgeschichte von Rheinland-Pfalz. 

Eine Dauerausstellung beleuchtet dabei die Arbeitsmigration von damals so genannten „Gastarbeiterinnen“ und „Gastarbeitern“ in die junge Bundesrepublik. Eine Sonderausstellung beschäftigt sich dabei auch mit dem Anwerbeabkommen von 1961 zwischen der Türkei und Deutschland.

Herzstück unseres Online-Museums sind die persönlichen Interviews mit Migrantinnen und Migranten, die über ihre Lebenswege und ihre neue Heimat Deutschland berichten. 

Darunter sind etwa Hüseyin Kaya, der 1966 aus Cirik bei Pülümür aufbrach und dabei dachte für vielleicht ein oder zwei Jahre in Deutschland zu arbeiten. Es wurde ein ganzes Leben mit einem kurzen Zwischenaufenthalt in der Türkei bei Beginn der Rente, dem aber nach einem Erdbeben im Marmara-Gebiet die erneute Rückkehr nach Deutschland folgte. Oder Nebahat Sutor, die aus Istanbul wegzog, nach mehreren Arbeitsstationen schließlich in Bad Kreuznach als Erziehungshelferin Arbeit fand und sogar beim Wettbewerb „Deutschlands freundlichste Nachbarin“ ausgezeichnet wurde.

Die Frauen und Männer, die damals nach Rheinland-Pfalz kamen, haben nicht nur ihren Anteil dazu geleistet, dass unser Bundesland heute eines der Wirtschaftsstärksten ist. Sie haben Rheinland-Pfalz auch kulturell bereichert. Jeder, der zu uns nach Rheinland-Pfalz kommt, bringt Talente, Kenntnisse, Fähigkeiten und kulturelle Einflüsse mit, die uns voranbringen. Das ist eine wichtige Botschaft unseres Internet-Museums „Lebenswege“, die mir sehr wichtig ist.

Als Integrationsministerin ist es mir außerdem ein großes Anliegen, allen Menschen der ersten sogenannten „Gastarbeiter“-Generation im Namen der Landesregierung ganz herzlich für ihre Lebensleistungen zu danken. Zweck unseres Online-Museums „Lebenswege“ ist es auch, diese Leistungen zu bewahren. Denn oft wissen die Enkelinnen und Enkel – oder auch die Töchter und Söhne – gar nicht im Detail, welch eine große Herausforderung die Anfangsjahre für die Eltern und Großeltern in Deutschland waren. Vielleicht bietet unser virtuelles Museum jetzt in einer Zeit, in der andere Museen und auch die Schulen geschlossen sind, die Möglichkeit sich innerhalb der Familie über dieses Thema auszutauschen. Und falls Sie schulpflichtige Kinder haben: Diese dürfen ihre Lehrerinnen und Lehrer gerne auf „Lebenswege“ hinweisen. Denn es eignet sich sehr gut zum E-Learning.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie unserem Online-Museum einen Besuch abstatten würden. Es gibt viel zu entdecken. Bleiben Sie neugierig.

„Lebenswege – das Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz im Internet“ ist unter folgender Adresse abrufbar: www.lebenswege.rlp.de