Ministerinnen-Kolumne Renk Renk, Ausgabe März 2020

Liebe Leserinnen und Leser von Renk Renk,

am 8. März ist der Weltfrauentag und am 26. März findet zum 20. Mal der Girls‘ Day statt. Der März hält also geballte Frauenpower bereit.

Ein Thema, das mir anlässlich des Weltfrauentags wichtig ist: Es sollten mehr Frauen in Führungspositionen kommen. Noch immer stoßen Frauen auf der Karriereleiter häufig an die gläserne Decke, ab der es nicht mehr weiter nach oben geht. Diese Benachteiligung darf nicht sein. Frauen und Männer müssen dieselben Chancen auf beruflichen Erfolg haben. Daher brauchen wir eine gute Frauenförderung. Den aktiven Führungskräften kommt bei der gezielten Förderung von motivierten und aufstiegsorientierten Frauen eine besondere Verantwortung zu. In diesem Zusammenhang ist auch die Vorbildfunktion weiblicher Vorgesetzter sehr wichtig. Denn die Erfahrung zeigt, dass eine Frau auf dem Chefsessel auch anderen Frauen als Vorbild dient und sie in leitende Positionen bringen kann.

Gleichzeitig sehe ich als Frauenministerin die Unternehmen gefordert, ihre Unternehmens- und Führungskultur im Hinblick auf Familienfreundlichkeit weiterzuentwickeln. Heutzutage sind Karriereentscheidungen bei aufstrebenden weiblichen wie männlichen Führungskräften stärker mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbunden. Wir brauchen deshalb nicht nur eine verlässliche Kinderbetreuungsstruktur, sondern auch das Angebot flexiblerer Arbeitsformen und Arbeitszeiten.

Nach wie vor setze ich mich zudem gegen Sexismus ein. Mir ist es wichtig, dass wir einen öffentlichen Diskurs über die Strukturen führen, in denen Frauen benachteiligt, herabgewürdigt und missbraucht werden. Mein Ziel ist es, diese Strukturen aufzubrechen und einen Wandel zu erreichen, damit Sexismus die Grundlagen entzogen werden. Menschen, die für Sexismus verantwortlich sind, dürfen keine Rückendeckung mehr haben. Das ist auch das Ziel meiner Kampagne „LAUT♀STARK – Deine Stimme gegen Sexismus“ (www.laustark.rlp.de). Es würde mich freuen, wenn auch Sie am Weltfrauentag Ihre Stimme gegen Sexismus erheben.

Am jährlichen Girls‘ Day indes werden rund 5.000 Mädchen und junge Frauen in Rheinland-Pfalz in vermeintliche „Männerberufe“ reinschnuppern. Das können etwa handwerklich-technische oder mathematisch-naturwissenschaftliche Berufe sein. Der Girls‘ Day soll sie auf Möglichkeiten aufmerksam machen, die sie vielleicht sonst nicht sehen. Denn viele Mädchen sind sehr begabt in diesen Bereichen. Doch bei der Berufsorientierung entscheiden sie sich leider trotzdem häufig für schlechter bezahlte sogenannte typische „Frauenberufe“, weil die Berufswahl junger Menschen noch immer stark von Rollenbildern geprägt ist. Vor allem in den sogenannten MINT-Berufen („MINT“ steht für „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik“) arbeiten immer noch viel zu wenige Frauen. Vorbilder und ansprechende Informationen über berufliche Möglichkeiten sind daher wichtig. Deswegen ist es gut, dass es den Girls‘ Day gibt. Er zeigt Mädchen neue Perspektiven in aussichtsreichen, zukunftsträchtigen Berufen abseits von Geschlechterklischees.

Der Girls‘ Day ermöglicht Unternehmen außerdem, weibliche Nachwuchskräfte auf sich aufmerksam zu machen und für Berufe mit steigendem Fachkräftebedarf zu interessieren. Viele Unternehmen sehen die Teilnahme am Girls‘ Day daher als eine Chance für sich. 

Weitere Informationen zum Girls‘ Day sowohl für Mädchen und junge Frauen als auch für Unternehmen, Eltern und Lehrkräfte gibt es unter: www.girls-day.rlp.de beziehungsweise www.girls-day.de.

Mitmachen lohnt sich!