Man schreibt ihr eine Liste mit alldem, was an der Welt schön ist:

1. Eiscreme
2. Wasserschlachten
3. Länger aufbleiben dürfen als sonst und fernsehen
4. Die Farbe Gelb.

Man hofft, dass die Mutter die Liste wirklich liest (und nicht bloß die Rechtschreibfehler korrigiert), dass ihre Depression aufhört und das Leben weitergeht. Tut es auch, irgendwie. Aber nicht alles wird automatisch gut. Nicht jetzt, nicht später, als man selbst erwachsen ist, verliebt und das Elternhaus hinter sich lässt. Immer wieder lauert da eine seltsame Traurigkeit, gibt es Abstürze, peinliche Situationen und Verletzungen.

Die Liste wächst im Lauf der Jahre an und nähert sich der Million:

999.997. Das Alphabet
999.998. Unpassende Songs in gefühlvollen Momenten
999.999. Eine Aufgabe abschließen
Der Brite Duncan Macmillan, Jahrgang 1980, hat „einen lebensbejahenden Monolog über ein todernstes Thema geschrieben, hinreißend, herzergreifend und gänzlich unsentimental … ‚All das Schöne‘ ist sogar ein umwerfend komisches Stück über Depression – und womöglich eines der komischsten Stücke überhaupt“. (The Guardian).

Das Theater Koblenz spielt mit „All das Schöne“ erstmals einen abendfüllenden Monolog im Circus Maximus. Das ist nicht weniger als der ideale Spielort für diese Lebensgeschichte, die sich außer durch den umwerfenden Text auch über ihren ganz eigenen Soundtrack erzählt. Musik, die im schönsten Fall von echtem Vinyl abgespielt wird und die Liste mit allem Schönen mit der Nummer 1000000 abschließt: Eine Platte zum ersten Mal hören. Sie in den Händen halten, auf den Teller legen, und die Nadel aufsetzen, das leise Zischen und Knacken des Saphirs auf dem Vinyl…

Inszenierung: Matthias Fontheim
Mit: David Prosenc

Premiere:
4. Mai 2018, 19.30 Uhr
Circus Maximus

 

Bildquelle: Theater Koblenz